Setz dich so hin, dass dein Rücken nicht arbeiten muss. Lass die Hände irgendwo ruhen, wo sie nichts halten müssen. Es gibt gerade nichts zu leisten. Nur diesen einen Moment, in dem du nicht weitergehst.
Richte deine Aufmerksamkeit zu den Schultern. Heb sie ein kleines Stück an. Nicht hoch. Nur weit genug, dass du merkst, wo du festhältst. Dann lass sie wieder sinken. Vielleicht etwas langsamer, als du es sonst tun würdest. Noch einmal. Heben. Halten. Sinken lassen. Als dürfte etwas, das lange oben geblieben ist, für einen Augenblick seinen Platz verlieren.
Stell dir vor, hinter dir liegt ein schmaler Weg im Abendlicht. Nicht düster. Nicht freundlich. Einfach still. Am Rand stehen ein paar Gräser, und dazwischen liegt etwas, das du einmal fallen gelassen hast. Kein großes Unglück. Eher ein kleiner Teil von dir, der damals zurückgewichen ist, obwohl er gern geblieben wäre.
Du musst nicht hinuntergehen und alles wieder aufsammeln. Es reicht, wenn du den Weg ansiehst und anerkennst, dass er zu dir gehört. Dass dort Schritte von dir liegen. Zaghafte, unsichere, echte.
Vielleicht gibt es an diesem Weg eine niedrige Steinmauer. Du kannst die Hand für einen Moment darauflegen. Kühl, fest, unbewegt. Und während du das tust, darf in dir ein schlichter Satz auftauchen: Ich muss mich nicht gegen mein früheres Ich stellen.
Dann nimm die Hand wieder zurück. Spür den Stoff auf deiner Haut. Den Raum. Deinen Atem, wie er von selbst kommt.
Der Weg bleibt hinter dir, aber er drängt nicht.
Für jetzt ist es genug, dass du ihn nicht verleugnest.