Bleib einen Moment dort, wo du gerade sitzt oder stehst. Du musst nichts vorbereiten. Nur spüren, dass dein Körper schon da ist, bevor du über irgendetwas nachdenkst.
Richte deine Aufmerksamkeit zu deinem Brustraum. Nicht tief hinein. Nur an die Stelle, an der sich etwas hebt und senkt, fast von selbst. Heb dann beide Schultern ein kleines Stück an, gerade so weit, dass du die Spannung bemerkst. Halt kurz inne. Und lass sie wieder sinken. Vielleicht noch einmal. Heben. Spüren. Sinken lassen. Als würde innen ein wenig mehr Platz entstehen, ohne dass etwas erzwungen werden muss.
Stell dir vor, vor dir liegt ein heller Raum mit einer offenen Tür. Kein großer Saal. Eher ein stilles Zimmer mit einem Holzboden, auf den das Licht schräg fällt. In der Mitte steht ein einzelner Stuhl. Nichts drängt dich hinein. Nichts lockt übertrieben. Der Raum ist einfach offen.
Vielleicht gehst du in Gedanken bis an die Schwelle. Nicht weiter, wenn du nicht willst. Vielleicht merkst du dort, dass ein echtes Ja sich anders anfühlt als eines, das nur aus Gewohnheit kommt. Ruhiger. Wärmer. Weniger eng. Eher wie ein Schritt, bei dem der Boden mitgeht.
Dazu passt vielleicht ein schlichter Satz: Ich darf nur dort zustimmen, wo ich mich mitnehme.
Dann bleib noch einen Augenblick an dieser Schwelle.
Spür wieder deinen Brustraum. Deine Schultern. Den Boden unter dir. Den Raum um dich herum. Vielleicht auch den nächsten Atemzug, ohne ihn größer zu machen.
Mehr ist gerade nicht nötig.
Du musst nichts beweisen. Für diesen Moment genügt ein stilles, klares Innensein.