Stell dich oder setz dich so hin, dass du deinen Bauch leicht spüren kannst, ohne etwas daran zu verändern. Lass den Blick einen Moment ruhen. Es muss nichts entschieden werden, nur weil du innehältst.
Richte deine Aufmerksamkeit zu deinem Rücken. Drück ihn, wenn du sitzt, sanft gegen die Lehne. Wenn du stehst, spür einfach die Länge entlang der Wirbelsäule und den Raum hinter dir. Dann nimm die Spannung wieder etwas zurück. Nur ein kleines Anlehnen. Ein kleines Lösen. Vielleicht noch einmal. Als würdest du prüfen, wo du aufhörst und wo etwas anderes beginnt.
Stell dir vor, du stehst an einer niedrigen Uferkante. Kein Abgrund. Eher ein klarer Rand zwischen festem Boden und ruhigem Wasser. Das Wasser drängt nicht. Es liegt einfach da und bewegt sich nur wenig. Du musst nicht hineingehen. Du musst auch nicht zurückweichen. Es reicht, an dieser Kante zu stehen und zu merken, dass sie da ist.
Vielleicht nimmst du wahr, wie hilfreich so ein Rand sein kann. Nicht hart. Nicht feindlich. Nur deutlich genug, damit du dich nicht verlierst. Ein Ort, an dem etwas bei dir bleibt.
Dazu passt vielleicht ein schlichter Satz: Nicht alles muss durch mich hindurch.
Lass ihn still werden, ohne ihn zu wiederholen.
Dann spür noch einmal deinen Rücken. Deinen Bauch. Die Stelle, an der dein Körper die Kleidung berührt. Den Boden unter dir oder unter deinen Füßen. Auch den Raum vor dir, der offen bleibt.
Mehr ist gerade nicht nötig.
Du musst heute nicht alles hereinlassen. Für diesen Moment genügt es, deine Kontur zu spüren.