Setz dich für einen Moment so hin, dass deine Arme irgendwo aufliegen können. Auf den Oberschenkeln, an den Seiten, auf einer Lehne. Nichts daran muss besonders sein. Es reicht, wenn du bemerkst, dass du nicht alles selbst tragen musst.
Richte deine Aufmerksamkeit zu den Händen. Schließ erst die eine ganz leicht, dann die andere. Nicht fest. Nur so, dass du spürst, wie sich etwas sammelt. Halt kurz inne. Dann öffne beide wieder langsam. Lass die Finger weich werden, als würden sie sich erinnern, dass sie nicht nur greifen, sondern auch ruhen können. Vielleicht noch einmal. Schließen. Halten. Öffnen.
Stell dir vor, in einem stillen Zimmer steht ein kleiner Tisch am Fenster. Auf ihm liegt nichts Großes. Nur eine Tasse, aus der noch Wärme steigt. Daneben ein schmaler Streifen Licht, der über das Holz wandert. Kein besonderer Morgen. Kein besonderer Abend. Nur dieser ruhige Platz, an dem niemand etwas von dir verlangt.
Vielleicht setzt du dich in Gedanken an diesen Tisch. Du musst dort nichts verstehen. Nichts lösen. Vielleicht reicht es, die Tasse einen Moment mit beiden Händen zu umfassen und die Wärme zu bemerken, die nicht fragt, ob du sie verdient hast.
Dazu passt vielleicht ein schlichter Satz: Ein kleiner Moment darf genügen.
Lass ihn still mit dir sein, ohne ihn festzuhalten.
Dann spür wieder deine Hände. Die Innenflächen. Die Finger. Vielleicht auch den Stoff unter ihnen oder die Luft an der Haut. Nimm den Raum um dich herum wieder wahr, so wie er gerade ist.
Mehr ist nicht nötig.
Du musst aus diesem Moment nichts machen. Es reicht, dass er für einen Augenblick dir gehört.